Erzählung und Reiseverlauf mit der Bahn ans Schwarze Meer und auf die Weihnachtsmärkte: Unsere Dezemberreise 2024
Dezember 2024. Die Reise – schwer in Worte zu fassen. Die Reise startete in Berlin. Von dort aus rollte der Zug durch Städte, die im Winter fast wie gemalt wirkten, und vorbei an Landschaften, die einen immer wieder zum Staunen brachten. Ich erinnere mich, wie viele Mitreisende einfach aus dem Fenster schauten – das Landleben draußen, die verschneite Kulisse, all das hat sofort eine ruhige Stimmung erzeugt. Es ging nicht nur darum, von A nach B zu kommen. Das Zugfahren selbst war Teil des Erlebnisses. Dieses gemächliche Vorankommen ließ Zeit, ins Gespräch zu kommen, nachzudenken oder einfach still zu genießen. Schritt für Schritt wuchs die Vorfreude auf das, was uns am Ziel erwartete.

Am 7. Dezember 2024 ging es los, morgens in Berlin Hbf (tief) stiegen wir in den ICE nach München. Der Zug war bequem, die Platzwahl fiel uns leicht, da dieser Zug eine niedrige Auslastung hatte und die Stimmung im Wagen war ruhig. Vier Stunden Fahrt – genug Zeit, einfach nur aus dem Fenster zu schauen. Draußen: Felder, kleine Orte und alles still. Gegen zwei Uhr waren wir in München. Eine Stunde blieb, um ein wenig durch den Münchener Hauptbahnhof zu gehen, bevor es weiterging.

“

Um 15:15 Uhr dann der Railjet nach Wien. Die Wagen waren gut ausgeschildert, wir fanden unsere Plätze sofort. Der Zug selbst wirkte modern, freundlich, und das Personal war aufmerksam. Während der Fahrt gab’s ein kleines Mittagessen, nichts Besonderes, aber genau richtig.
Am Abend kamen wir in Wien an. Der Bahnhof war voll, geschäftig, Menschen überall, und trotzdem wirkte alles gut organisiert. Wir spürten sofort das lebendige Flair der Stadt. Am Abend blieb noch Zeit für einen Spaziergang, ein paar Eindrücke, bevor es am nächsten Tag weiter nach Budapest gehen sollte. Rückblickend war die Reise bis hierher einfach angenehm, ohne Probleme, und sie machte Lust auf das, was noch vor uns lag – die Weiterfahrt bis ans Schwarze Meer.
Budapest
Budapest im Dezember. Gleich bei der Ankunft diese Ruhe, ein bisschen feierlich. Die Luft klar, kalt. Das Parlament leuchtet warm, die Kettenbrücke steht still über der Donau. Wir laufen los, ohne Plan um uns um die Beschaffung von Lebensmittel zu bemühen. Alte Fassaden, gelbes Licht in den Fenstern, bevor es anschließend weiter ging in eine lange Nacht, nach Rumänien.




Von Budapest nach Constanța
Die Nachtfahrt mit dem IRN Dacia begann ganz ruhig. Der Schlafwagenschaffner kontrollierte die Fahrkarten, wir stiegen ein, verstauten das Gepäck und fanden unser Schlafabteil sofort. Es dauerte nicht lange, dann rollten wir los und fuhren durch die Nacht. Wir lehnten uns zurück, schauten aus dem Fenster oder schlossen die Augen.
An der Grenze wurden Kontrollen durch die Grenz- und Zollbehörden durchgeführt, da Rumänien zu dieser Zeit noch nicht zum Schengenraum gehörte. Anschließend stellten wir die Uhren um, weil sich die Zeitzone änderte.
PS: Rumänien ist seit dem 1. Januar 2025 voll Mitglied des Schengen‑Raums; die internen Luft‑ und Seegrenzkontrollen waren bereits am 31. März 2024 aufgehoben worden.
Die Strecke führte in Richtung Karpaten, und die Landschaft veränderte sich deutlich. Die Schieneninfrastruktur war anders, und die Stöße der Schienen waren stärker spürbar. Im Zug gab es verschiedene Optionen: Liegewagen oder Schlafwagen — je nachdem, wie man die Nacht verbringen wollte. In diesem Zug gab es allerdings keinen Speisewagen. Am Morgen rollten wir in Bukarest ein, nach einem Tagesausflug und Bummel durch die Stadt, sowie der Besuch des Weihnachtsmarktes rundete den Tag ab. Wir fuhren anschließend am nächsten Tag in Richtung Constanța an der Schwarzmeerküste.



Ankunft an der Schwarzmeerküste
Nach einer langen Nacht und einem Tagesaufenthalt in Bukarest sowie einer anschließenden beeindruckenden Bahnfahrt, kamen wir schließlich in Constanța an, dem Tor zur Schwarzmeerküste. Der Zug hielt sanft am modernen Bahnhof, dessen Architektur moderne und historische Elemente verband. Die Luft war frisch und salzig; beim Aussteigen spürten wir sofort die Nähe des Meeres. Ein Gefühl von Vorfreude machte sich breit, denn die Weiterfahrt nach Mangalia stand bevor.
Die Fahrt von Constanța nach Mangalia führte direkt entlang der Küste. Die Straßen waren festlich geschmückt, Lichterketten spannten sich über die Gassen und gaben dem Ort eine warme Atmosphäre. Auf den Märkten sah man typische Vorsaison‑Angebote, die Einheimischen gingen ihrem Alltag nach. In dieser Jahreszeit war die Küste deutlich ruhiger als im Sommer; das milde Licht des Abends verlieh der Szenerie eine besondere Ruhe.
Als wir in Mangalia ankamen, war die Stimmung erwartungsfroh. Die Uferpromenade war dekoriert, das Meer rauschte leise, Stimmen und Wind mischten sich zu einem angenehmen Klangteppich. Es war ungewöhnlich mild für die Jahreszeit — etwa 15 °C, kein Schnee. Für die Strecke zwischen Constanța und Mangalia (und zurück) nutzten wir den Malaxa‑Triebwagen.
Die Ankunft an der Schwarzmeerküste übertraf unsere Erwartungen. Ruhige Abende, kurze Spaziergänge an der Promenade und das langsame Ankommen in einer anderen Landschaft blieben als schöne Erinnerungen.



Tag in Constanța und Rückweg nach Bukarest
Morgens in Constanța: die Luft war frisch, salzig, und die Promenade lag noch halb verschlafen da. Ich ging langsam, blieb oft stehen, schaute aufs Meer — das glitzerte in der Sonne, ganz ruhig. Cafés reihten sich aneinander; aus einem drang der Duft von Kaffee und warmem Gebäck. Wir setzten uns, bestellten zwei Kaffees und ein Stück Kuchen. Neben uns saß eine ältere Frau, lächelte und meinte: „Probier das, das ist unser Weihnachtskuchen.“ Solche kleinen Momente machen einen Ort sofort vertraut.
Am Nachmittag ging’s zurück nach Bukarest. Es regnete zwischendurch, das Fenster beschlug, und die Schienenstöße wurde zum Takt. In Bukarest empfing uns der Weihnachtsmarkt: Lichter, Stände, Glühweinduft und gebrannte Mandeln. Plötzlich war der Reisestress weg. Wir schlenderten, probierten Kleinigkeiten, kauften nichts Großes — und das war gut so.
Kronstadt und Rückweg nach Wien
Kronstadt (Brașov) liegt wie ein kleines Juwel in den Karpaten. Enge Gassen, alte Häuser, die Schwarze Kirche — man bleibt stehen, trinkt einen heißen Tee, schaut den Leuten zu. Der Ort hat eine ruhige Würde, so wie Bahnhöfe, die Geschichten kennen.
Die Fahrt von Kronstadt nach Budapest war wieder so eine Strecke, bei der man einfach aus dem Fenster starrt: Wälder, Hügel, kleine Seen, Dörfer, die vorbeiziehen. In Budapest stiegen wir um, und am Abend ging es weiter nach Wien. Die Straßenbahnen bringen einen schnell zu den Weihnachtsmärkten — Wien mit seinen Lichtern und Fassaden war ein schöner Abschluss.
Momente, die bleiben
Was bleibt, sind die kleinen Dinge. Der Duft von Kaffee im Abteil. Das Knacken des Kaminfeuers in einer Hotel‑Lobby. Die Brezel in München — knusprig, warm, genau richtig. Die Fahrt mit dem Malaxa‑Triebwagen nach Mangalia: altes Blech, sanftes Rattern, Bahnhöfe, die nach früher riechen. Und dann plötzlich das Meer — einfach da. Das hat etwas Nostalgisches.
Die Weihnachtsmärkte in Bukarest und Wien sind verschieden, aber beide warm in der Kälte. Bukarest ist lebendig, ein bisschen rauer; Wien elegant, fast feierlich. Am Ende sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten allein, sondern die kurzen Begegnungen, die kleinen Anekdoten, die Gerüche und das Licht, die eine Reise ausmachen. Man kommt nicht nur an — man hat gelebt. Für ein paar Tage, für eine Nacht, für einen Augenblick.
Tickets und Reservierungen
Ich sage es ehrlich: Früh buchen zahlt sich aus. Sparpreise und günstige Kontingente sind oft 1–2 Monate vorab verfügbar, besonders bei internationalen Verbindungen.
- Richtige Anbieter buchen: DB/ÖBB für Österreich, MAV für Ungarn, CFR Călători für Rumänien.
- Reservierungen: Bei Nachtzügen rechtzeitig Sitz-, Liege- oder Schlafwagen sichern; Plätze sind begrenzt.
- Konditionen prüfen: Stornierung, Umbuchung und Zusatzgebühren lesen — das spart Ärger später. Ermäßigungen für Studenten, Senioren oder Gruppen nicht vergessen.
Nachtzüge und Komfort
Nachtzüge sind praktisch: Zeit sparen und eine Hotelnacht umgehen. Es gibt verschiedene Komfortstufen — von Sitzplätzen über Liegewagen bis zu privaten Schlafabteilen.
- Tipp aus dem Alltag: nimm ein kleines Reise-Kopfkissen und eine leichte Decke mit.
- Beachte: Reservierungen und Zusatzgebühren können anfallen; informiere dich vorab über Pass‑ und Reservierungsregeln.
Gepäck und Sicherheit
Pack leicht und clever — das macht Umstiege entspannter. Große Koffer sind oft unpraktisch; ein Handgepäck-Koffer plus kleiner Tagesrucksack ist ideal. Wir in unserem Fall, sind mit einem großen Rucksack gereist.
- Gepäckablagen befinden sich meist über den Sitzen oder in speziellen Abteilen.
- Wertsachen am Körper tragen (Geld, Pässe, Elektronik). Bei Umstiegen besonders aufmerksam sein.
- Nutze kleine Schlösser und markiere dein Gepäck sichtbar.
Pufferzeiten und Umstiege
Plane mindestens 30–60 Minuten Puffer bei Umstiegen ein — das ist realistisch und reduziert Stress. Verspätungen, Gleiswechsel oder Wetter können passieren; halte alternative Verbindungen und Dokumente griffbereit. Zeitreserven sind oft der Unterschied zwischen entspanntem Weiterkommen und Hektik.
Vor Ort Tipps für die Ziele
- Constanța: Promenade, Meeresluft, ideal für Spaziergänge; Cafés zum Aufwärmen.
- Mangalia: Lokaler Charme; der Malaxa‑Triebwagen ist eine nette Verbindung für Küstenfahrten.
- Bukarest: Lipscani, Calea Victoriei, Parlamentspalast; gute lokale Küche und Craft‑Bars.
- Kronstadt (Brașov): Altstadt, Schwarze Kirche, Karpatenkulisse — perfekt für kurze Erkundungen.
- Wien: Weihnachtsmärkte, prächtige Fassaden.
Praktische Checkliste
- Tickets: früh buchen; Konditionen prüfen.
- Reservierungen: Schlaf-/Liegewagen bei Nachtzügen sichern.
- Gepäck: leicht packen; Wertsachen am Körper.
- Puffer: 30–60 Minuten bei Umstiegen.
- Apps: Routenplaner und Fahrplan‑Apps installieren.
- Vor Ort: Bargeld für Märkte, warme Kleidung für Abende, bequeme Schuhe.
